Ein zweiter Halberstädter Haushalt · Oral History

Die Familie Cohn

Lillyan Rosenberg, 1928 als Lilly Cohn in Halberstadt geboren, erinnerte sich in einem Oral-History-Interview des United States Holocaust Memorial Museum an Familie, religiöses Leben, Verfolgung und Rettung.

Halberstadt · geboren am 30. Januar 1928

Eine Kindheit in Familie und Gemeinde erinnert

Der biografische Datensatz des USHMM nennt Lillys Eltern Ernst Cohn und Margarete Marcuse Cohn sowie ihren älteren Bruder Werner. Ernst besaß eine Leinenfabrik und ein Geschäft. Die Familie lebte orthodox und war im jüdischen Gemeindeleben Halberstadts aktiv.

Das Interview ist kein Beleg über den Haushalt Reichenbach. Es gehört hierher, weil es die Stimme eines Kindes derselben Stadt und Generation bewahrt—den Bericht einer weiteren Familie über die religiöse, wirtschaftliche und bürgerliche Welt, die die Verfolgung zerstörte.

9.–10. November 1938

Die Verfolgung drang in den Haushalt ein.

Das USHMM dokumentiert, dass Ernst Cohn während des Novemberpogroms verhaftet, als Häftling 23954 in Buchenwald inhaftiert und etwa fünf Wochen später entlassen wurde. Der biografische Datensatz des USHMM berichtet, Lillys Eltern seien im April 1942 in Richtung Warschau deportiert und später ermordet worden.

Der Datensatz benennt, was Familienerinnerung nicht wieder zusammenfügen konnte: Die Eltern blieben in Deutschland, während beide Kinder auf getrennten Wegen entkamen.

1939 · England

Zwei Kinder gingen; ihre Eltern nicht.

Lilly verließ Deutschland im Juli 1939 mit einem Kindertransport, kam über Bloomsbury House und fand Zuflucht in England. Ihr Bruder Werner folgte im September. Lilly wanderte im Mai 1946 in die Vereinigten Staaten ein und heiratete 1948 Gerald Rosenberg.

Die offizielle Interviewzusammenfassung erwähnt auch, dass sie später Familienbesitz erhielt. Dieses Detail verbindet Rettung mit materiellem Überleben: Gegenstände konnten eine Grenze überqueren, auch wenn ein Haushalt nicht zusammenbleiben konnte.

USHMM · RG-50.030.0510

Hören Sie Lillyan Rosenbergs eigenes Zeugnis.

Amy Rubin führte das Interview am 31. August 2006. Der Museumsdatensatz nennt keine Zugangs- oder Nutzungsbeschränkungen. Dieses Archiv verlinkt die Aufnahme und das vollständige Transkript beim verwahrenden Museum, statt das Zeugnis von seinem Katalogdatensatz zu lösen.

Beziehung zu diesem Archiv

Eine benachbarte Geschichte, kein behaupteter Familienzweig

Goldine Marcuse Reichenbachs Familientafel nennt eine Mutter namens Johanna Cohn. Derzeit verbindet kein Beleg Johannas Cohn-Linie mit Lillys Familie. Die gemeinsamen Nachnamen bleiben eine Forschungsfrage und werden nicht als Verwandtschaft dargestellt.