Wo sie lebten, arbeiteten und schrieben

Die Straßen, die noch ihre Namen tragen

Der Hohe Weg im heutigen HalberstadtRB-PHO-0053

Die Straßen der Familie

Hoher Weg und Martiniplan

Am Hohen Weg und am Martiniplan stand das Halberstädter Geschäft. In der Breiten Straße lag Jeanettes Geschäft in Wernigerode. Im Carlton Hotel in St. Moritz setzte sich Dolf am 26. November 1938 hin und schrieb an Mutti.

Dies ist der Kartenraum: der Boden unter der Familiengeschichte. Betreten Sie den Raum Geschäfte für das Kaufhaus und seine Objekte, oder folgen Sie der Familie durch die Leben, die sich zwischen diesen Adressen bewegten.

Die Orte, die die Quellen nennen

Vom Harz zur Zuflucht im Ausland

Briefe, Personenstandsurkunden, Fotografien und Familienerinnerungen weisen die Reichenbachs in diesen Städten und Straßen nach. Genannt werden nur Orte, die in den Quellen erscheinen; Verbindungen zwischen ihnen werden nicht ergänzt.

Dieser Raum folgt den Orten, ohne jede Biografie oder Geschäftsakte erneut darzustellen: Familie erzählt die Familiengeschichte; Geschäfte führt zur Ausstellung über die Halberstädter Geschäfte.

Halberstadt · Handelszentrum

Hoher Weg 27 / Martiniplan 10

Die beiden benachbarten Grundstücke wurden zwischen 1910 und 1913 zum Kaufhaus J. Reichenbach umgebaut. Das Gebäude wurde 1945 bei der Bombardierung Halberstadts zerstört; sein moderner Ersatz steht heute in einem durch Krieg und Wiederaufbau veränderten Straßenbild.

Geschäfte enthält die vollständige Handelsgeschichte des Gebäudes und die Objektausstellung. Hier bleibt die Überlieferung bei seinem wechselnden Ort in der Stadt.

Städtische Fotografien zeigen die Fassade, den benachbarten Block und die umliegenden Straßen. Die Herkunftsnachweise bleiben mit jedem Bild verknüpft.

Im Findbuch des Städtischen Museums Halberstadt nach AH_F_DS_0099 und AH_F_05499c suchen

Das zerstörte Halberstädter Zentrum; Kamerastandort und genaues Datum sind nicht gesichertQuelldatensatz öffnen RB-SCAN-040

8. April 1945 · Zerstörung und Abwesenheit

Das Handelszentrum nach dem Bombenangriff

Die Stadt Halberstadt dokumentiert, dass Brandbomben am 8. April 1945 das Stadtzentrum und große Teile der Altstadt in Trümmer legten. Das Kaufhausgebäude der Familie am Hohen Weg 27 und Martiniplan 10 gehörte zu den verlorenen Bauten.

Dieser von der Familie bewahrte Abzug blickt über das zerstörte Zentrum zur beschädigten Martinikirche. Er zeigt die physische Zerstörung, die später das Geschäftsviertel der Familie neu formte; nicht jede Ruine im Bild gehörte jedoch zum Reichenbach-Grundstück. Der genaue Kamerastandort und das Datum der Aufnahme bleiben offen.

Stadt Halberstadt: Geschichte und Zerstörung des Zentrums

Familienadressen

Drei Halberstädter Nachweise auf einem Plan von 1912

Dieser gemeinfreie Stadtplan entstand in Pauls Martiniplan-Jahren und während des Umbaus des Familiengeschäfts. Die nummerierten Markierungen bezeichnen belegte Straßenkorridore; geänderte Hausnummern und Kriegszerstörung verhindern, dass daraus exakte erhaltene Gebäudegrundrisse abgeleitet werden.

Historischer Stadtplan von Halberstadt aus dem Jahr 1912123
Stadtplan von Halberstadt aus Meyers Reisebücher, Harz, 21. Auflage, 1912. Die gemeinfreie Quellenkarte öffnen EXT-MAP-HALBERSTADT-1912
  1. 1

    1909–1913

    Martiniplan 19/21

    Pauls Adresse in den Mitgliederlisten der Sektion Halberstadt des Alpenvereins während der Jahre, in denen das benachbarte Geschäftshaus umgebaut wurde.

  2. 2

    1930–1932

    Moltkestraße 46

    Pauls Adresse in Ruths Heiratsurkunde von 1930 und in der Alpenvereinsliste 1931/32. Die Straße heißt heute Rudolf-Breitscheid-Straße.

  3. 3

    1935

    Sedanstraße 52

    Pauls letzte verzeichnete Wohnung und sein Sterbeort am 20. November 1935. Die Straße heißt heute Thomas-Müntzer-Straße.

Schwerin · Familie und Heirat

Goldine Marcuses Stadt

Goldine Marcuse wurde am 8. Februar 1850 in Schwerin geboren. Dort heiratete sie am 27. Juli 1872 Adolf Reichenbach und verband einen Schweriner Marcuse-Haushalt mit der Familie Reichenbach in Halberstadt.

Die familieninterne Ahnentafel nennt den Kaufmann Louis Marcuse und Johanna Cohn als ihre Eltern. Pauls Halberstädter Geburtsurkunde nennt Goldine und Adolf unabhängig davon als seine Eltern.

Goldines Biografie und Belegnotiz lesen →

Wernigerode · Breite Straße 7

Dieselbe Familie in einer anderen Harzstadt

Salomon Gustav Reichenbach, Sohn von Jacob und Helene und Bruder Adolfs, gründete mit Jeanette Rosenbaum seinen Haushalt in Wernigerode. Eine Fotografie von 1938 zeigt Jeanettes Namen J. Reichenbach über den Schaufenstern. Daniels heutige Aufnahme kehrt zu derselben Hausnummer zurück, wo sich noch immer ein Geschäft zur Straße öffnet und vier Stolpersteine davor Jeanette, Fritz, Martha und Werner Reichenbach nennen.

Dem vollständigen Wernigeröder Zweig, seinen Dokumenten und Bildern folgen →

Die Ladenansicht von 1938 ist ein Forschungsbild aus externer Quelle. Die heutige Außenansicht ist Daniel Reichenbachs Familienforschungsfotografie; die einzelnen Stolperstein-Fotografien werden unter CC BY-SA 4.0 mit Urheberangabe und Quellenlinks veröffentlicht.

Jeanette Reichenbachs Geschäft in der Breiten Straße 7, 1938Quelldatensatz öffnen WERN-1938
Die Breite Straße 7 während der Rückkehr der FamilieRB-PHO-0054

Vier Namen an einer Adresse

Die Stolpersteine

Jede Fotografie öffnet sich mit Urheber, Quelle und Lizenz.

Jeanette Reichenbachs Stolperstein an der Breiten Straße 7Quelldatensatz öffnen RB-EXT-CC-0003
Fritz Reichenbachs Stolperstein an der Breiten Straße 7Quelldatensatz öffnen RB-EXT-CC-0002
Martha Reichenbachs Stolperstein; seine Todesangabe steht im Konflikt mit anderen AktenQuelldatensatz öffnen RB-EXT-CC-0004
Werner Reichenbachs Stolperstein an der Breiten Straße 7Quelldatensatz öffnen RB-EXT-CC-0005

St. Moritz · 26. November 1938

Das Carlton Hotel

Briefkopf und Datumszeile aus St. Moritz verorten Dolf an der Schweizer Schwelle des Exils. Von hier bat er seine Mutter, den Kopf hochzuhalten und auf die Wiedervereinigung der Familie zu hoffen.

Brief, Transkription und englische Übersetzung lesen →

Das Carlton Hotel in St. Moritz, von dem Dolf am 26. November 1938 schriebQuelldatensatz öffnen RB-EXT-PD-0007

Die weitere Landschaft

Jüdisches Halberstadt und Erinnerung

Die Adressen der Familie gehörten zu einer größeren städtischen und jüdischen Geografie — von der Judenstraße und dem Synagogenviertel bis zu den Stolpersteinen in Wernigerode.

Die Judenstraße als Teil der jüdischen Geografie HalberstadtsRB-PHO-0048
Die barocke Synagoge von Halberstadt vor ihrer ZerstörungRB-PHO-0043
Vier Reichenbach-Namen vor der Breiten Straße 7RB-PHO-0059

Domplatz · Erinnerung im Stadtzentrum

Namen kehren in die Stadt zurück

Neben dem Halberstädter Dom tragen Gedenksteine Namen und Daten jüdischer Einwohner, die unter dem Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Familienfotografien von der Rückkehr 2022 bewahren sowohl den Ort als auch die Suche nach Reichenbach-Namen.

Jede Fotografie öffnet sich mit Quelle, Bearbeitungsnotiz und vollständiger Übersetzung oder einem ausdrücklichen Lesehinweis, wenn die sichtbare Inschrift nur aus Namen und Daten besteht.

Der Gedenkort für verfolgte und ermordete jüdische Einwohner am DomplatzRB-PHO-0042
Gedenkstelen mit Namen und Daten jüdischer Einwohner HalberstadtsRB-PHO-0018
Kurt Reichenbachs Name auf einer Gedenkstele am DomplatzRB-PHO-0023
Das Menora-Gedenkzeichen am Halberstädter DomplatzRB-PHO-0008

Klein Quenstedter Straße · fotografiert und verzeichnet

Die Reichenbach-Grabsteine

Die Familienfotografien bewahren vier namentlich zugeordnete Steine — Adolf, Paul, Salomon Gustav und Miriam Mathilde — sowie einen weiteren, der noch nicht verantwortungsvoll identifiziert werden kann. Wählen Sie ein Bild für den vollständigen Nachweis, Transkription, Übersetzung und verwandte historische Ansichten.

Daniel und Paul J. Reichenbach · Halberstadt

Ein Gang über den Familienfriedhof

Rabbiner Daniel Dolph Reichenbach und sein Vater Paul J. Reichenbach besuchten den Ort gemeinsam während der Rückkehr der Familie nach Halberstadt. Der kurze Film bewahrt den Klang des Friedhofs: Schritte, Wind und Vogelgesang.

Die Familienüberlieferung nennt heute achtzehn Reichenbach-Bestattungen auf zwei jüdischen Friedhöfen in Halberstadt. Manche genauen Beziehungen bleiben ungeklärt, doch die zeitliche Spanne der Gräber von 1833 bis 1936 macht die größere Tatsache unübersehbar: Die Reichenbachs waren in Halberstadt nicht auf der Durchreise. Generationen lebten, arbeiteten, heirateten, zogen Kinder groß und starben dort.

Ein Gang über den jüdischen Friedhof an der Klein Quenstedter Straße während der Rückkehr von Daniel und Paul J. Reichenbach nach Halberstadt. Familienvideo · 27. Mai 2022

Bild- und Tonbeschreibung: Daniel geht an Adolf und Goldine Reichenbachs Grab vorbei, das zu Beginn rechts zu sehen ist, und weiter zwischen den überwucherten Steinreihen. Langes Gras bewegt sich um die Gräber, während Vogelgesang den Friedhof erfüllt.

Über diesen Film

Ein Gang über den jüdischen Friedhof an der Klein Quenstedter Straße während der Rückkehr von Daniel und Paul J. Reichenbach nach Halberstadt.

Archivsignatur
RB-VID-0007
Datum
27. Mai 2022
Belegstatus
Modernes Familienvideo im Besitz des Archivs
Quelle
Familienvideo vom 27. Mai 2022; aus dem Familienalbum „Friedhof Halberstadt“ exportiert; Archiv-MOV und 720p-H.264-Webkopie im Reichenbach Family Archive bewahrt.
Urheberangabe
Reichenbach Family Archive
Lizenz oder Genehmigung
Familieneigenes Video; vom Archiveigentümer zur Veröffentlichung freigegeben.
Medienbearbeitung
Quell-HDR-MOV und 720p-H.264-Kopie werden im kanonischen Archiv bewahrt. Hier erscheint eine kompakte mobilfreundliche Kopie; Reihenfolge und Originalton sind unverändert.
Text und Übersetzung
Keine gesprochene Erzählung und kein sichtbarer laufender Text erfordern eine Übersetzung. Der Originalton des Friedhofs bleibt erhalten.
Adolf Reichenbachs Grabstein an der Klein Quenstedter StraßeRB-PHO-0298
Pauls Grabstein mit deutscher und hebräischer InschriftRB-PHO-0299
Salomon Gustav Reichenbachs GrabsteinRB-PHO-0300
Moritz Reichenbachs Grab neben Miriam Mathildes GrabRB-PHO-0078
Die hebräische Inschrift für Miriam Mathilde ReichenbachRB-PHO-0301
Die deutsche Inschrift für Miriam Mathilde ReichenbachRB-PHO-0323

Miriam · Mathilde

Ein hebräischer Name, ein bürgerlicher Name, eine Frau

Grabstein und Friedhofsregister nennen sie Miriam Mathilde Reichenbach, geborene Loewenthal, Ehefrau von R. Moshe HaLevi Reichenbach. Der benachbarte Registereintrag nennt denselben Ehemann unter seinem bürgerlichen Namen Moritz Reichenbach, einen Kaufmann mit Verbindung zu Quedlinburg; das Register verzeichnet außerdem ihr Kind Paul, das 1904 starb.

Die hebräische wie die deutsche Seite nennen den 4. Tewet 5689, entsprechend dem 17. Dezember 1928 und genau übereinstimmend mit dem Friedhofsregister. Miriam Mathildes belegte Biografie lesen → Moritz · Moshe HaLevis belegte Biografie lesen →

Hebräische Transkription

פ״נהאשה החשובה מ׳תמרים מאטהילדעאשת ר׳ משה הלוי רייכענבאךהלכה לעולמה ד׳ טבת תרפ״טאשה צנועה וכשרהעטרת בעלה ובניהחסד וגמלה לחיים ולמתיםביתה פתוחה לענייםוזכרה הטוב לברכהתנצב״ה

Vollständige englische Übersetzung

Here is buriedThe important woman, Mrs.Miriam MathildeWife of R. Moshe HaLevi ReichenbachShe passed away on the 4th of Tevet 5689A modest and righteous woman,Crown of her husband and her children.[She performed] kindness and charity for the living and the dead.Her house was open to the poor.May her good memory be for a blessing.May her soul be bound in the bond of life.

Institutionelles Friedhofsregister · 18 Bestattungen

Weitere Namen im Friedhofsregister

Ein von Jutta Dick von der Moses Mendelssohn Akademie bereitgestelltes Register verzeichnet Reichenbach-Bestattungen auf zwei jüdischen Friedhöfen in Halberstadt. Ein Name im Register belegt eine Bestattung; er beweist für sich allein nicht, wie diese Person in die Familie gehört.

Jüdischer Friedhof Halberstadt

Am Berge

Der ältere jüdische Friedhof in Halberstadt. Das Register bewahrt hier vier Reichenbach-Bestattungen, weist ihnen aber keine erhaltenen Steine zu.

  1. Abraham Reichenbach

    1780 — 6. Februar 1833

    Stein nicht identifiziert

    Kaufmann.

  2. Täubchen Reichenbach, née Grank

    1788 — 14. November 1861

    Stein nicht identifiziert

  3. Isaak Reichenbach

    1814 — 17. November 1872

    Stein nicht identifiziert

  4. David Otto Reichenbach

    1851 — 20. August 1857

    Stein nicht identifiziert

    Ein Kind, das die Familiengenealogie als Sohn von Jacob und Helene verzeichnet.

Jüdischer Friedhof Halberstadt

Klein Quenstedter Straße

Der spätere, von der Familie fotografierte Friedhof. Das Register liefert Namen und Grabfelder auch dann, wenn ein Stein noch keiner Fotografie zugeordnet ist.

  1. Adolf Reichenbach

    26./27. Dezember 1900

    A 19

    Pauls Vater. Der Stein nennt den 5. Tewet 5661, entsprechend dem 26. Dezember; das Friedhofsregister verzeichnet den 27. Dezember.

  2. Helene Reichenbach, née Heynemann-Löwenheyn

    1. Oktober 1903 im Register

    F 5

    Jacobs Frau; eine weitere Familienquelle nennt den 12. Oktober, daher bleiben beide Daten erhalten.

  3. Paul Reichenbach

    gestorben am 18. Oktober 1904

    D 2

    Ein Kind des Quedlinburger Kaufmanns Moritz Reichenbach; nicht Paul Reichenbach (1876–1935).

  4. Georg Reichenbach

    gestorben am 31. Oktober 1909

    G 15

  5. Goldine Reichenbach, née Marcuse

    gestorben am 12. Oktober 1913

    A 20

    Adolfs Frau und Pauls Mutter.

  6. Amalie Helft, née Reichenbach

    gestorben am 4. Januar 1915

    F 20

  7. Fanny Reichenbach

    gestorben am 10. September 1915

    K 7

    Als unverheiratet verzeichnet.

  8. Lina Reichenbach, née Asch

    gestorben am 14. Dezember 1918

    II 9

  9. Ludwig Reichenbach

    gestorben am 7. Mai 1920

    II 10

  10. Salomon Gustav Reichenbach

    gestorben am 19. Juni 1928

    VIII 3

    Sohn von Jacob und Helene, Bruder Adolfs und die belegte Verbindung zum Wernigeröder Zweig.

  11. Miriam Mathilde Reichenbach, née Loewenthal

    4. Tewet 5689 · 17. Dezember 1928

    VIII 5

    Ihr hebräischer Stein nennt sie als Frau von R. Moshe HaLevi Reichenbach, dem im Nachbargrab verzeichneten Moritz Reichenbach. Die Beziehung dieses Haushalts zur Hauptlinie bleibt ungeklärt.

  12. Betty Hirsch, née Reichenbach

    gestorben am 16. September 1929

    VII 8

  13. Paul Reichenbach

    20. Oktober 1876 — 20. November 1935

    XXIV 19

    Der Halberstädter Kaufmann, Bürger und Vater von Ruth und Dolf.

  14. Moritz Reichenbach · Moshe HaLevi

    gestorben am 6. Juni 1936

    VIII 6

    Kaufmann aus Quedlinburg, Ehemann von Miriam Mathilde und Vater des Kindes Paul; sein Grab liegt neben ihrem.

Verzeichneter Stein · Identität weiter offen

Ein Grabmal, das noch nicht verantwortungsvoll zugeordnet werden kann

Eine weitere Familienfotografie zeigt einen Stein, dessen Name, Datum und Verwandtschaft noch nicht sicher gelesen werden können. Er gehört ins Archiv, ohne deshalb einer Person im Stammbaum zugeordnet zu werden.

Ein bewahrter Stein ohne verantwortbare namentliche ZuordnungRB-PHO-0011

Durch diese Familie

Der Friedhof ist ein Familienarchiv

Achtzehn Menschen mit dem Namen Reichenbach sind auf zwei jüdischen Friedhöfen in Halberstadt verzeichnet. Das Register beweist nicht, dass jede Person demselben Zweig angehört; die Häufung der Namen zeigt jedoch eine Familienpräsenz, die über die wenigen hier am vollständigsten dokumentierten Leben hinausreicht.

Paul suchte bereits 1935 nach dieser Geschichte. In einem erhaltenen Brief plante er den Friedhof in Gröbzig zu besuchen, um zu erfahren, wie viele Reichenbachs dort bestattet waren. Nachkommen wiederholen heute seine Arbeit in Halberstadt: Steine lesen, Beziehungen prüfen und sich weigern, aus einem alten Nachnamen eine Behauptung zu machen, die die Belege nicht tragen.

Quellen und Belege: Halberstädter jüdisches Friedhofsregister, bereitgestellt von Dr. Jutta Dick · Pauls genealogischer Brief von 1935

Rückkehr durch Forschung · Halberstadt

Zwei Steine, zwei Akte der Fürsorge

Diese Familienvideos zeigen Daniel bei der Pflege zweier Reichenbach-Grabsteine in Halberstadt: des Steins seines Urgroßvaters Paul und, wenige Schritte entfernt, des Steins seines Ururgroßvaters Adolf.

Paul Reichenbach · Halberstadt

Pauls Grabstein reinigen

Rabbiner Daniel Dolph Reichenbach reinigt die hebräische Seite von Paul Reichenbachs Grabstein. Familienvideo · 27. Mai 2022

Bildbeschreibung: Daniel kniet neben Pauls Grabstein und befreit die verwitterte Oberfläche behutsam mit der Hand.

Pauls hebräische Inschrift nennt ihn Jaakow, Sohn des Awraham.

Adolf Reichenbach · Halberstadt

Adolfs Grabstein reinigen

Rabbiner Daniel Dolph Reichenbach reinigt die hebräische Seite von Adolf Reichenbachs Grabstein. Familienvideo · 2022

Bildbeschreibung: Mit roter Kippa arbeitet Daniel über die hebräische Seite des Grabsteins, damit die Inschrift wieder gelesen werden kann.

Adolf Reichenbach war Pauls Vater und der Halberstädter Kaufmann der Familie. Sein Stein trägt seinen Namen in beiden Sprachen: Adolph Reichenbach auf der deutschen, Baruch Achiezer auf der hebräischen Seite.

Die hebräische Seite von Adolf Reichenbachs GrabsteinRB-PHO-0090

Hebräisch · normalisierte Rekonstruktion

פ״נ

האיש היקר ר׳ ברוך אחיעזר

המכונה אדולף רייכענבאך

איש צדיק אשר הלך בתום

גדול בעצה ובמעשה ידיו

ישר אמריו רב פעלים ומטיב לבריות

בוכים אנו בעמדנו פה ולבנו נשבר

שים רחמיך ביד מנחיל נחלה רבה

נפטר ביום ד׳ ה׳ טבת שנת תרס״א לפ״ק

תנצב״ה

Der Stein ist verwittert. Diese normalisierte hebräische Rekonstruktion folgt der erhaltenen Lesung und wird nicht als buchstabengetreue diplomatische Transkription präsentiert.

Englische Übersetzung

Here lies Baruch Achiezer, known as Adolf Reichenbach.

A righteous man who walked with integrity; great in counsel and in the work of his hands, upright in speech, performing much good, and beneficial to others.

We weep as we stand here, our hearts broken. Place Your compassion into the hand of the One who grants abundant inheritance.

He passed away on Wednesday, the 5th of Tevet, in the year 5661, according to the minor reckoning — 26 December 1900.

May his soul be bound in the bond of life.