Die Forschung begann mit Dolf Reichenbachs Brief von 1938. Fotografien, Familienerinnerungen, Personenstandsregister und institutionelle Sammlungen halfen seither, Menschen zu identifizieren, die Familiengeschäfte zu erforschen und durch Verfolgung und Exil geprägte Lebenswege nachzuzeichnen.
Forschungsstand · 13. Oktober 2026
Neue Unterlagen zum Hutgeschäft in Köln und Dortmund
Im September erhaltene Handelsregisterauszüge ergänzen die Geschichte eines weiteren Geschäfts namens J. Reichenbach. Eine Verbindung zur Familie in Halberstadt und Wernigerode ist weiterhin ungeklärt.
Das Hutgeschäft in Köln und Dortmund
Drei am 30. September vom Landesarchiv NRW gelieferte Handelsregisterauszüge nennen Martin Reichenbach im Hutgeschäft J. Reichenbach. Sie dokumentieren die Übernahme des Dortmunder Betriebs durch eine GmbH 1914, die Sitzverlegung nach Köln 1932 und die Schließung der Dortmunder Zweigniederlassung im Dezember 1933. Die Schließung dieser Niederlassung belegt keine Auflösung der gesamten Gesellschaft.
Diese Unterlagen belegen weder Martins Eltern noch eine Verbindung zum Reichenbach-Bekleidungsgeschäft in Halberstadt und Wernigerode. Die beiden Unternehmen bleiben im Archiv getrennt. Ein Anhang wurde als Essener Registerunterlage bezeichnet; die sichtbare Seite ist jedoch ein Auszug aus Köln HRA 222 und kein Beleg für die Essener Niederlassung.
Quellen: Landesarchiv NRW, Gerichte Rep. 0316 Nr. 625, Dortmund HRB V 548 und Köln HRB 7483; Gerichte Rep. 0031 Nr. 68, sichtbarer Auszug Köln HRA 222. Vier Seiten eingesehen; ausgewählte Auszüge, keine vollständigen Akten. Die gelieferten Scans bleiben gemäß der Beschränkung auf eigene Nutzung privat. Eine schriftliche Veröffentlichungserlaubnis wurde am 13. Oktober erbeten und ist noch nicht erteilt.
Weitere laufende Forschungen
Das Stadtarchiv Leipzig bestätigte am 6. Oktober den Zahlungseingang und lieferte einen Download-Link für die höher aufgelösten Kopien der Transportliste, Blätter 14 und 15. Der Abruf ist bislang nicht gelungen; am 13. Oktober wurde um Hilfe bei der Lieferung gebeten. Die bisherigen öffentlichen Zugangskopien bleiben bis zur Prüfung der neuen Dateien verfügbar.
Am 18. September teilte das Stadtarchiv Halberstadt mit, dass es die Akte 944/35 nicht mehr besitzt. Ihr heutiger Verbleib und Inhalt bleiben unbekannt. Das überarbeitete Angebot vom 5. Oktober über ungefähr 1.022 Scans betrifft andere Akten. Dieser Auftrag ist zurückgestellt; die angebotenen Scans sind kein bestätigter Zugang.
Die National Library of Israel bereitet eine Ersatzdigitalisierung von D-Ha11-946 vor, nachdem der Viewer ein falsches Dokument zeigte. Die richtige Datei wird noch erwartet. Weitere Archivforschung zu den Ursprüngen in Gröbzig/Köthen wurde am 13. Oktober genehmigt; Ergebnisse stehen noch aus.
Standquellen: Antwort des Stadtarchivs Halberstadt vom 18. September 2026; überarbeitetes Verzeichnis des Stadtarchivs Halberstadt vom 5. Oktober; Zahlungs- und Linkbestätigung des Stadtarchivs Leipzig vom 6. Oktober; Korrektur der National Library of Israel vom 9. September; aktuelles Korrespondenzregister vom 13. Oktober. Die institutionelle Korrespondenz wird privat aufbewahrt.
Forschungsstand · 16. September 2026
Unterlagen zum Verlust des Familiengeschäfts und Vermögens ermittelt
Die Abteilung Magdeburg des Landesarchivs Sachsen-Anhalt berichtet, dass sie zahlreiche Dokumente zur Familie Reichenbach ermittelt hat. Die Archivarin Antje Herfurth beschreibt Unterlagen zur „Arisierung“ und zum Verkauf des Kaufhauses, zu Grundstücksverkäufen sowie zur Einziehung des Privatvermögens der Familie.
Ihre Antwort nennt drei Bestandsgruppen:
Regierung Magdeburg
Industrie- und Handelskammer Halberstadt
Devisenstelle des Oberfinanzpräsidenten Magdeburg
Die Akten könnten Daten, Beteiligte, Bewertungen und Bedingungen dieser Geschäfte klären. „Arisierung“ bezeichnet die Übertragung jüdischen Eigentums an Nichtjuden unter nationalsozialistischer Verfolgung.
Einzelne Aktensignaturen und Kopien stehen noch aus. Die Angaben hier beruhen auf der Beschreibung der Archivarin; das Familienarchiv hat die historischen Akten noch nicht eingesehen.
Grundbuchunterlagen und Grundakten, Handelsregisterakten sowie Wiedergutmachungsunterlagen waren nicht unter dem von ihr ermittelten Material. Daraus folgt nicht, dass solche Unterlagen andernorts fehlen.
Quelle: Antje Herfurth, Landesarchiv Sachsen-Anhalt, E-Mail vom 16. September 2026, Zeichen 21.1-56513; 571/26. Korrespondenz privat aufbewahrt. Die historischen Akten sind noch nicht eingesehen.
Bestellte hochauflösende Reproduktionen der Leipziger Transportlistenseiten
Am 16. September bestätigte das Stadtarchiv Leipzig, dass die beiden bestellten Reproduktionen der Blätter 14 und 15 erstellt waren. Zum aktuellen Lieferstand siehe den Bericht vom 13. Oktober oben. Die bisherigen öffentlichen Kopien bleiben verfügbar.
Quelle: Anja Bugaiski, Stadtarchiv Leipzig, E-Mail vom 16. September 2026. Unterlagen: StadtAL, 0586 (Israelitische Religionsgemeinde e. V.), Nr. 3, Bl. 14–15. Die Korrespondenz wird privat aufbewahrt.
Julius Jacobs Adresse und zwei Reichenbach-Unternehmen
Julius Jacob ist bis 1934 belegt
Das Frankfurter Adressbuch von 1934 führt Julius Jacob als Privat. in der Savigny-Straße 22 I mit Telefon 73695—derselben Nummer wie zuvor in der Schubertstraße 13. Damit verlängert sich seine belegte Chronologie um ein Jahr. Sein Schicksal nach Mitte 1934 bleibt unbekannt; das Fehlen in späteren Adressbüchern belegt weder Tod noch Emigration.
Die Halberstädter Registerbekanntmachung zu HR A 934 nennt Moritz Reichenbach als Inhaber von M. Reichenbach und erteilt seiner Ehefrau Mathilde geb. Löwenthal Prokura. Damit ist der auf dem Friedhof dokumentierte Quedlinburger Haushalt mit der Därmehandlung identifiziert. Ein Eintrag von 1929 verzeichnet das Erlöschen von Mathildes Prokura und erteilt Meta Reichenbach Prokura; Metas Beziehung zu diesem Haushalt bleibt unbelegt.
Der spätere Inhaber Kurt ist als geschäftlicher Nachfolger belegt. Keine gefundene Quelle nennt seine Eltern. Weder die Nachfolge noch der gemeinsame Familienname beweist eine Verwandtschaft zur Bekleidungslinie Jacob–Adolf–Paul.
Neu eingesehene Kölner Adressbücher nennen 1895 einen früheren Inhaber des Hutgeschäfts J. Reichenbach in der Breitestraße 2 und führen ihn 1901 gemeinsam mit Mart. Reichenbach auf. Sein Vorname ist noch nicht sicher gelesen; das Archiv schreibt die Firmeninitiale J. nicht aus.
Eine Kölner Registerbekanntmachung vom 29. Juli 1867 nennt ebenfalls einen Inhaber von J. Reichenbach unter Registernummer 1638. Keine eingesehene Quelle verbindet diese Nummer ausdrücklich mit der späteren HR A 222. Das Datum bezeichnet die Eintragung, nicht ein belegtes Gründungsdatum.
Martins Eltern und eine mögliche Verwandtschaft zum Bekleidungshaus in Halberstadt und Wernigerode bleiben unbelegt. Das Archiv behandelt das Kölner Geschäft gesondert und ergänzt keine Verbindung im Stammbaum.
Die Angaben beruhen auf der Prüfung der hier verlinkten Originalseiten. Unsichere Identifizierungen und Verwandtschaftsverhältnisse sind bei den jeweiligen Ergebnissen vermerkt.
Das Stadtarchiv Halberstadt besitzt die Akte 944/35 nicht mehr; ihr heutiger Verbleib ist unbekannt.
Die Schreibweise Jacob/Jakob variiert in den Familienunterlagen.
Marthas Stolperstein und die Berliner Transportliste widersprechen einander.
Willy Reichenbachs Platz im Stammbaum bleibt unbekannt.
Besucherinnen und Besucher können Dokumente öffnen, Übersetzungen lesen, Quellenlinks folgen und Korrekturen oder Identifizierungen mitteilen. Der öffentliche Datensatz ändert sich, wenn stärkere Belege unser Wissen verändern.
Publikationsmethode
Wenn eine Familienerinnerung und ein Dokument in verschiedene Richtungen weisen, hält das Archiv beide sichtbar und sagt, was was ist. Private Angaben zu lebenden Verwandten bleiben privat; bearbeitetes und KI-gestütztes Material wird gekennzeichnet; der öffentliche Datensatz ändert sich, wenn stärkere Belege unser Wissen verändern.
Zugangs- und Erwerbungsstand am 13. Oktober 2026 anhand des aktuellen Korrespondenzregisters abgeglichen.
Benannte Orte · begrenzte Überlieferung
Lager, Nummern und das Ende der Überlieferung
Ein eigener Leseraum folgt einem Lager oder Ghetto nur während der Zeit, in der ein namentlicher Familienbeleg dorthin reicht. Arolsen-Dokumente bleiben bei Arolsen, Häftlingsnummern erscheinen nur dort, wo namentliche Belege sie nennen, und Warschau bleibt der Endpunkt für Kurt, Paula und Hans.
Paul schrieb 1935, die Familie habe zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Gröbzig gelebt. Dieser Satz bleibt die Quelle der Herkunftsangabe. Stichproben aus den LASA-Akten Nr. 100, 101a und 106 ergaben keinen Reichenbach-Eintrag; sie beweisen oder widerlegen Pauls Erinnerung daher nicht.
Helenes Eltern bleiben unbelegt
Personenstandsunterlagen nennen Helene Heinemann als Mutter dokumentierter Reichenbach-Kinder. Kein bisher gefundener Beleg weist ihre eigenen Eltern nach; das Archiv füllt diese Linie nicht aus einem unbelegten Stammbaum.
Eine Halberstädter Akte ist dort nicht mehr vorhanden
Das Stadtarchiv Halberstadt teilte am 18. September 2026 mit, dass es die Akte 944/35 nicht mehr besitzt. Ihr heutiger Verbleib und Inhalt bleiben unbekannt; keine Aussage dieser Website stützt sich auf diese ungesehene Akte. Eine Vernichtung ist damit nicht belegt.
Über diese Website hinaus lesen
Öffentliche Quellen und lizenzierte Sammlungen
Hier finden Sie Originalveröffentlichungen und die Sammlungen, die verwandte Unterlagen bewahren.
Ein eigener Leseweg stellt Lillyan Rosenbergs Zeugnis neben die Stadt und ihr Wirtschaftsleben, ohne eine nicht belegte Verwandtschaft mit der Familie Reichenbach zu behaupten.