Diese Seite nennt nur die Orte, an denen sich Angehörige dieser Familie anhand namentlicher Quellen nachweisen lassen. Jeder Abschnitt zeigt die Monate, in denen sie dort verzeichnet sind, eine heutige Fotografie des Ortes und die in den Akten genannten Personen. Nummern erscheinen nur, wenn eine Quelle sie nennt. Eine Häftlingsnummer ist ein Schlüssel in einer Lagerakte, kein Abzeichen. Warschau war kein Lager. Die Fotografien zeigen Gedenkstätten. Sie sind keine Aufnahmen dieser Menschen.
November 1938
Buchenwald
Das Buchenwald dieser Familie ist das Sonderlager vom November 1938, nicht das spätere Konzentrationslager. Nach dem 9. November 1938 ließ die Gestapo Tausende jüdische Männer in einen eingezäunten Bereich neben dem Appellplatz bringen. Die Gedenkstätte Buchenwald behandelt diese Geschichte auf einer eigenen Seite, „Sonderlager Novemberpogrom“. Die meisten Überlebenden wurden innerhalb weniger Wochen unter der Bedingung entlassen, Deutschland zu verlassen. Eine Gesamtdarstellung der Lagergeschichte bis 1945 ist nicht Gegenstand dieser Seite.
Häftling 23976. Am 22. November 1938 um 4:00 Uhr im Arrest ermordet. Die Todesmeldung nennt als amtliche Todesursache Schlaganfall, als letzte Adresse Breite Straße 7 und Stapo Magdeburg. VAM 1.1.5.1 DocID 5278136 nennt ihn ebenfalls und gibt das Geburtsdatum 14.3.84 an.
Häftling 30536. Nur ein Umschlag; Geburtsdatum 26.05.1889. Dies ist die Internierung vom November 1938, nicht der Weg von 1942 und nicht der Därmehändler. Kurt wurde später auf dem Halberstädter Transport vom 12. April 1942 genannt. Sein letzter namentlich belegter Ort ist Warschau am 16. April 1942 um 6 Uhr.
Häftling 23938. Ein Geldkartenumschlag und die Aktionsjuden-Liste 1.1.5.1, laufende Nummer 309, DocID 5278159, enthalten nur Name und 23938. Die Karten 054.328 und 054.329 lassen das Geburtsdatum frei: 30 RM am 28. November verbucht; am 15. Oktober 1940 geleert. Die Zuordnung ist ein Indiz: Die Nummer liegt im selben November-1938-Block 38 Stellen unter Fritz 23976. Das Archiv behandelt die Lagerakte nicht als Beweis dafür, dass er Fritz’ Sohn war. Er floh 1939 nach Brasilien.
Eine Häftlingsnummer ist ein Schlüssel in der Lagerakte. In Buchenwald wurden Nummern mitunter erneut vergeben. Das Archiv gibt eine Nummer nur wieder, wenn sie auf einem namentlich zugeordneten Umschlag oder in einer Liste verzeichnet ist. Arolsen e-Guide ↗
1936 in Oranienburg als SS-„Modelllager“ eröffnet. Nach dem 9. November 1938 brachte die Polizei Tausende jüdische Männer dorthin. Zu Max sind hier nur diese Internierung und seine Entlassung belegt – weder eine Häftlingsnummer noch ein Aufenthalt im späteren Lager.
Gedenkstättenansicht von Turm A in Sachsenhausen, April 2004. MandyM, CC BY-SA 3.0. Kontext, keine Aufnahme von Max Reichenbach.CTX-CAMP-SACHSENHAUSEN-TURM-A
Keine Häftlingsnummer gefunden. Max war bis zum 15. Dezember 1938 interniert und starb am 18. Januar 1940 in Berlin. Das Gedenkbuch de1138559 vermerkt Freitod. Dies ist ein Gedenkbucheintrag, keine vom Archiv eingesehene standesamtliche Sterbeurkunde.
Ein deutsches Lager und Vernichtungszentrum im besetzten Polen. Martha wird hier nicht als registrierte Häftling geführt; eine Gesamtdarstellung von Auschwitz ist nicht Gegenstand dieser Seite.
Gedenkstättenansicht von Auschwitz II-Birkenau, August 2006. Michel Zacharz, CC BY-SA 2.5. Martha Reichenbach ist nicht abgebildet; das Archiv besitzt keine Aufnahmekarte von ihr.CTX-CAMP-BIRKENAU-GATE-2006
Berlin, 33. Osttransport / Welle 47, 3. März 1943. OFP 30792 und Arolsen DocID 127212607, laufende Nummer 963. Häftlingsnummer leer. Keine Aufnahmekarte. Dies ist eine Transportserie und eine nicht registrierte Ankunft, keine registrierte Häftling. Der Wernigeröder Stein von 2009 mit „tot 1944 bei Bombenangriff“ ist eine örtliche Inschrift, kein Familienzeugnis und keine Lagerangabe. Diese Seite entscheidet den Widerspruch nicht.
Die Festungsstadt Terezín wurde als Ghetto und Durchgangslager genutzt – nicht als KL mit einer Häftlingsnummer nach Buchenwalder Art. Jeanette starb im Ghetto. Der propagandistisch inszenierte Besuch von 1944 ist nicht Gegenstand dieser Seite.
Gedenkstättenansicht des Festungstores von Terezín, 28. Juli 2013. Guido Radig, CC BY 3.0. Kontext, keine Aufnahme von Jeanette Reichenbach.CTX-CAMP-THERESIENSTADT-GATE-2013
Transport I/64, 11. September 1942; gestorben am 25. Oktober 1942. Die Todesfallanzeige aus dem Ghetto ist bereits auf der Website. Keine Häftlingsnummer nach KL-Art.
Seit 1940 abgeriegelt. Die namentliche Spur dieser Familie endet mit einem Zug, der am 16. April 1942 um 6 Uhr verzeichnet wurde. Das ist keine Konzentrationslager-Nummer. Für Lehrkräfte weist bereits ausdrücklich an, Kurt, Paula und Hans keinem Lager zuzuordnen. Auch dieser Abschnitt weist ihnen daher kein Lager zu.
Warschauer Ghetto, 1941. Laut Wikimedia Commons gemeinfrei. Die Aufnahme entstand vor dem Halberstädter Transport und zeigt weder Kurt Reichenbach noch Paula Wollenberg, Hans Wollenberg oder Antonie Weiss. Kontext, keine Aufnahme dieser Personen.CTX-WARSAW-GHETTO-CHILDREN-1941
Czerniaków notierte am 16. April 1942 um 6 Uhr einen Zug mit Neuankömmlingen aus Deutschland. Keine Lagernummern. Dort endet die namentliche Spur. Ein Tag lesen.
Derselbe Transport Halberstadt → Warschau. Keine Lagernummer. Gedenkbuch de988851; NRS letzter bekannter Ort Polen 7-42. Eine namentlich bekannte Person ohne Nummer.
Ernst Reichenbach starb am 27. November 1942 in der Normannenstraße 2. Todesursache unbekannt. Kein Lager.
Rosalie geb. Rosenberg, Ernsts Ehefrau: 56. Osttransport, 10. August 1944. Keine Häftlingsnummer gefunden. MTL sagt, sie habe überlebt. Nur auf der Personenseite.
Rosalie OFP 30793 geb. Laske gehört nicht zu dieser Familie.
Oskar Reichenbach, geboren am 21. November 1890, gehört nicht zu dieser Familie.