Antonie war die Tochter von Ludwig Reichenbach und Pauline Asch, die Schwester von Paula Wollenberg und Kurt Reichenbach sowie die Ehefrau von Hugo Weiss. Sie wurde mit demselben Zug im April 1942 nach Warschau deportiert.
Warschau ist der letzte Ort, an dem dieses Archiv sie noch namentlich belegen kann. Nicht Treblinka.LagerEin Tag
Antonie Reichenbach wurde am 6. April 1879 in Halberstadt geboren. Die Geburtsurkunde Nr. 312 nennt sie als Tochter des Kaufmanns Ludwig Reichenbach und Pauline geb. Asch am Hoheweg 24 und führt den Haushalt als mosaisch. Die Urkunde ihrer Schwester Paula von 1877 schreibt den Namen der Mutter Lina; die Übereinstimmung von Vater, Adresse und Haushalt zeigt die Schwankung des Registers zwischen Lina und Pauline.
Antonie heiratete Hugo Weiss, der am 15. März 1875 geboren wurde und zuletzt im November 1938 in Polen vermerkt ist.
Mapping the Lives verortet Antonie gemeinsam mit Kurt in der Richard-Wagner-Straße 55. Die gemeinsame Adresse stützt die Verbindung; die Suchkarte von 1945 ist jedoch der Beleg, der sie ausdrücklich als Geschwister nennt.
Antonie wurde mit dem Transport Magdeburg–Warschau vom 14. April 1942 deportiert — demselben Zug, in dem Kurt, Paula und Hans waren. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs führt den Transport unter de988851.
Ein späterer Vermerk verortet Antonie im Juli 1942 in Polen. Kein erhaltener Beleg klärt, was nach Warschau mit ihr geschah.
Familie und Haushalt
Menschen, die mit diesem Leben verbunden sind
- Paula Wollenberg née Reichenbach · Schwester · auf der Suchkarte von 1945 genannt
- Kurt Reichenbach · Bruder · auf der Suchkarte von 1945 genannt
- Hugo Weiss · Ehemann
- Kaethe Lohbauer · Antragstellerin, die die Suchkarte aus São Paulo einreichte
- Ludwig Reichenbach · Vater · in Antonies Geburtsurkunde von 1879 genannt
- Lina Reichenbach née Asch · Mutter · in Antonies Geburtsurkunde von 1879 als Pauline genannt
- Hans Wollenberg · Neffe
Quellen
Quellen
- Halberstädter Geburtsurkunde Nr. 343 für Paula Reichenbach, 18. April 1877 (FamilySearch)
- Halberstädter Geburtsurkunde Nr. 312 für Antonie Reichenbach, 6. April 1879 (FamilySearch)
- Halberstädter Geburtsurkunde Nr. 535 für Curt Reichenbach, 26. Mai 1889 (FamilySearch)
- Suchkarte des National Refugee Service, eingereicht von Kaethe Lohbauer, São Paulo, 4. Mai 1945, Arolsen Archives DocID 131596011
- Adresseintrag bei Mapping the Lives
- Transportliste Magdeburg–Warschau vom 14. April 1942
- Bundesarchiv Gedenkbuch de988851
Was ungeklärt bleibt
Antonies Geburtsurkunde von 1879 belegt Ludwig Reichenbach und Pauline geb. Asch als ihre Eltern. Paulas Urkunde von 1877 und Kurts Urkunde von 1889 nennen dieselben Eltern, wobei die Mutter 1877 Lina geschrieben wird, und bestätigen das auf der gesonderten Suchkarte von 1945 verzeichnete Geschwisterverhältnis. Ihr letzter Vermerk lautet Polen im Juli 1942; kein späterer Endpunkt ist dokumentiert.