Dies ist Kurt vom Halberstädter Transport am 12. April 1942, Paulas Bruder. Nicht der spätere Kurt aus der Därmehandlung. (Englisch)
1889 als Curt eingetragen, war Kurt der Bruder von Paula Wollenberg und Antonie Weiss. Die Quellen folgen ihm vom Familienhaushalt nach Buchenwald, an eine Zwangsadresse in Halberstadt und bis zum Transport nach Warschau im April 1942.
Auch im Raum Lager · Buchenwald und Warschau
Seine namentliche Überlieferung endet mit Paula und Hans in Warschau am 16. April 1942.Ein TagPaulaHans
Die Halberstädter Geburtsurkunde Nr. 535 verzeichnet, dass Curt Reichenbach am 26. Mai 1889 um 4.30 Uhr morgens geboren wurde. Sein Vater war der Kaufmann Ludwig Reichenbach am Hoherweg 47; seine Mutter Pauline geborene Asch. Ein Vermerk vom 14. Juni hält fest, dass das Kind den Namen Curt erhielt. Spätere Dokumente verwenden Kurt.
Paulas Geburtsurkunde von 1877 und Antonies von 1879 nennen dieselben Eltern; die Mutter heißt 1877 Lina und 1879 Pauline. Eine 1945 eingereichte Suchkarte des National Refugee Service nennt Kurt, Paula und Antonie unabhängig davon als Geschwister. Die Karte stimmt damit mit drei getrennten Geburtsurkunden überein, statt alleiniger Beleg für die Beziehung zu sein.
Vor den Zwangsumzügen lebte Kurt in der Richard-Wagner-Straße 55. Halberstädter Adressbücher führen einen Kurt beim Bekleidungshaus J. Reichenbach, während ein anderer Mann gleichen Namens die Därmehandlung M. Reichenbach betrieb. Die unterschiedlichen Gewerbe und Adressen zeigen, dass es zwei Personen waren; der Bekleidungskaufmann ist hier die wahrscheinliche Zuordnung.
Ein Buchenwald-Umschlag verzeichnet Kurt während der Internierungen im November 1938 als Häftling 30536. Dieser Lagernachweis gehört zu 1938 und ist von der späteren Deportationsliste zu trennen.
Ein Randvermerk der Geburtsurkunde hält fest, dass der aufgezwungene zusätzliche Vorname „Israel“ am 5. Januar 1939 eingetragen und am 7. Februar 1947 gestrichen wurde. Er war eine administrative Zumutung, kein bei der Geburt gegebener Name.
Im April 1942 befand sich Kurt an der Zwangsadresse Dominikanerstraße 23. Halberstadt befahl ihm am 12. April auf den Domplatz; am 14. April verließ der Zug Magdeburg und wurde am 16. April um sechs Uhr morgens in Warschau verzeichnet. Sein Name ist in das Domplatzdenkmal eingraviert. Danach liegt kein weiterer namentlicher Nachweis vor.
Familie und Haushalt
Menschen, die mit diesem Leben verbunden sind
- Ludwig Reichenbach (Englisch) · Vater · in Kurts Geburtsurkunde von 1889 genannt
- Lina Reichenbach née Asch (Englisch) · Mutter · in Kurts Geburtsurkunde von 1889 als Pauline genannt
- Paula Wollenberg née Reichenbach · Schwester · die Geburtsurkunden nennen dieselben Eltern; außerdem auf der Suchkarte von 1945 genannt
- Antonie Weiss née Reichenbach (Englisch) · Schwester · die Geburtsurkunden nennen dieselben Eltern; außerdem auf der Suchkarte von 1945 genannt
Quellen
Quellen
- Halberstädter Geburtsurkunde Nr. 535 für Curt Reichenbach, 26. Mai 1889, mit Namensvermerk vom 14. Juni 1889 und späteren Zwangsnamenvermerken (FamilySearch)
- Halberstädter Geburtsurkunden Nr. 343 für Paula Reichenbach und Nr. 312 für Antonie Reichenbach (FamilySearch)
- Suchkarte des National Refugee Service, Arolsen Archives DocID 131596011
- Arolsen Archives, Buchenwald-Umschlag, Häftling 30536
- Originale Transportliste vom 14. April 1942, Seite 14, Zeile 176
- Yad Vashem, Objekt 6719646, Bild 2 von 3, Akte 379, Bestand O.41
- Bundesarchiv Gedenkbuch de947915
- Halberstädter Adressbücher, 1928 und 1938
- Domplatzdenkmal
Was ungeklärt bleibt
Die Geburtsurkunde Nr. 535 belegt Kurts Eltern und verzeichnet Curt als die bei der Geburt gegebene Namensform; spätere Dokumente verwenden Kurt. Die drei Geburtsurkunden stützen nun die Geschwisterbeziehung auf der Suchkarte von 1945. Die Adressbucheinträge des Bekleidungsgeschäfts beziehen sich wahrscheinlich auf diesen Kurt; der Grundstückseintrag Martiniplan von 1921 lässt sich weiterhin keinem der beiden Männer dieses Namens zuweisen. Kein erhaltenes Dokument belegt, was nach Warschau mit ihm geschah.