Werner wuchs über dem Familiengeschäft in der Breiten Straße 7 auf. 1939 entkam er mit seiner Frau Margarete aus Deutschland und baute in Brasilien ein neues Familienleben auf.
Buchenwald-Häftling 23938 — falls die Akte seine ist. Die Identifizierung bleibt ausdrücklich unter Vorbehalt.LagerFamilie
Werner Reichenbach wurde am 13. März 1914 in Wernigerode als Sohn von Fritz und Martha geboren. Seine Kindheitsadresse war das Geschäftshaus in der Breiten Straße 7, über dessen Fenstern noch Jeanettes Initiale stand.
Werner und seine Frau Margarete entkamen 1939 aus Deutschland. Jeanettes Vermögenserklärung von 1941 vermerkt, ihr Enkel sei bereits mit Frau und Kind in Brasilien — ein knapper Familiensatz mitten in den Unterlagen, mit denen ihr Eigentum entzogen wurde.
Der Stolperstein vor der Breiten Straße 7 gibt den öffentlichen Umriss: „Flucht 1939, überlebt in Brasilien“. Familienunterlagen zufolge starb Werner 1992 in Brasilien und kehrte nie nach Wernigerode zurück.
Ein späterer Anwalt schrieb, Fritz und Martha seien kinderlos gestorben. Werners Wernigeröder Geburtseintrag korrigiert diesen Fehler. Angaben zu lebenden brasilianischen Nachkommen bleiben vor der öffentlichen Anzeige geschützt.
Familie und Haushalt
Menschen, die mit diesem Leben verbunden sind
- Fritz Reichenbach · Vater
- Martha Reichenbach née Pohly · Mutter
- Margarete Reichenbach · Ehefrau
Quellen
Quellen
- Geburtsregister des Stadtarchivs Wernigerode
- Peter Lehmann, Harz-Forschungen XXXVI (2023)
- Jeanette Reichenbachs Vermögenserklärung, BLHA Rep. 36A (II) 30786
- Arolsen Archives 1.1.5.1, Aktionsjudenliste, laufende Nr. 309, DocID 5278159, und Geldkarten 054.328–054.329
- Wernigeröder Stolperstein
- Familienbericht des brasilianischen Zweigs
Was ungeklärt bleibt
Ein Buchenwalder Geldkartenumschlag und die Aktionsjudenliste 1.1.5.1 (laufende Nr. 309, DocID 5278159) nennen Werner Reichenbach als Häftling 23938. Die Karten 054.328 und 054.329 enthalten kein Geburtsdatum (30 RM am 28. November eingetragen; am 15. Oktober 1940 geleert). Die Identifizierung bleibt indirekt: Die Nummer liegt im selben November-1938-Block 38 Stellen unter Fritz 23976. Dieses Archiv behandelt die Lagerakte nicht als Beweis, dass es sich um Fritz’ Sohn handelt. Er floh 1939 nach Brasilien.