Ihre Initiale blieb über den Schaufenstern stehen.

Jeanette Reichenbach née Rosenbaum

26. Oktober 1859 — 25. Oktober 1942

Jeanette führte das Bekleidungsgeschäft in der Breiten Straße 7, saß bis in die 1930er Jahre an der Kasse und blieb seine Eigentümerin. Das große Schild J. Reichenbach trug ihre Initiale.

Sie führte das Wernigeröder Geschäft weiter; ihr namentlich belegter Weg endet in Theresienstadt.WernigerodeLagerFritz

Jeanette Rosenbaum wurde am 26. Oktober 1859 in Ebergötzen geboren. Sie heiratete Salomon Gustav Reichenbach 1883 in Göttingen und gründete mit ihm den Wernigeröder Haushalt um ihren einzigen Sohn Fritz. Ihre Mitgift half beim Aufbau des Geschäfts in der Breiten Straße 7.

Jeanette gehörte J. Reichenbach, während Gustav die Firma leitete. Regionale Quellen erinnern sie bis in die 1930er Jahre an der Kasse, unter einem fassadenbreiten Schild mit ihrer Initiale. Später übernahm Fritz das Geschäft, und Werner wuchs über dem Laden auf.

Am 15. November 1941 lebte Jeanette als Untermieterin im Haus von Max Israel Harrwitz in der Normannenstraße 2 in Berlin. Ihre Vermögenserklärung verzeichnet ein halbes Zimmer für monatlich 22,50 RM und erwähnt, dass ihr Enkel bereits mit Frau und Kind in Brasilien war. Die Gestapo erließ am 1. September 1942 den Einziehungsbescheid.

Am 11. September 1942 wurde sie mit Transport I/64 von Berlin nach Theresienstadt deportiert und starb sechs Wochen später. Die Todesfallanzeige des Ghettos nennt „enteritis acuta“; solche Einträge müssen im Zusammenhang mit den dort erzwungenen Bedingungen von Hunger, Austrocknung und unbehandelter Krankheit gelesen werden.

Familie und Haushalt

Menschen, die mit diesem Leben verbunden sind

Quellen

Quellen

  • Wernigeröder Adressbücher
  • Stadtarchiv Göttingen, Heiratsurkunde C 39 Nr. 164
  • Peter Lehmann, Harz-Forschungen XXXVI (2023)
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 36A (II) 30786
  • Bundesarchiv Gedenkbuch en1138499
  • Holocaust.cz, Opferdatensatz 28233 und Transport I/64
  • Theresienstädter Todesfallanzeige
  • Berliner Stolperstein-Biografie für Normannenstraße 2
  • Wernigeröder Stolperstein

Was ungeklärt bleibt

Die Unterlagen dokumentieren Jeanettes Zimmer, den Einziehungsbescheid, den Transport und ihren Tod. Ihre eigene Schilderung der Monate in der Normannenstraße 2 ist nicht erhalten.