Julius Jacob war Bankdirektor in Frankfurt. Ab 1923 führen ihn die Adressbücher in der Schubertstraße 13, dem Haus, das Annas Todesanzeige von 1931 nennt. Nach 1933 endet die Spur in den Adressbüchern; das Archiv weiß noch nicht, ob er starb, emigrierte oder umzog.
Die Todesanzeige seiner Frau verbindet seinen Frankfurter Haushalt mit der Familie Reichenbach.Familie
Die am 16. Juni 1931 aufgenommene Frankfurter Sterbeurkunde Nr. 857 bezeichnet Anna als Ehefrau des Bankdirektors Julius Jacob. Der Frankfurter Polizeipräsident habe ihren Tod schriftlich angezeigt. Der Eintrag belegt Julius’ Titel und die Ehe, nennt aber Annas Eltern nicht.
Annas Todesanzeige von 1931 nennt Julius als ihren Ehemann und Adolf Jacob als ihren Sohn. Als Familienwohnung gibt sie Schubertstraße 13 in Frankfurt am Main an. Die Anzeige ist der unmittelbare zeitgenössische Beleg, der Julius mit der Familie Reichenbach verbindet.
Die amtlichen Frankfurter Adressbücher führen Bankdirektor Julius Jacob von 1918 bis 1922 in der Eschersheimer Landstraße 46 III und von 1923 bis 1933 in der Schubertstraße 13 E. Der Eintrag von 1931 wiederholt die Adresse aus Annas Todesanzeige und nennt Maingau 73695 als Telefonanschluss des Haushalts.
Das Frankfurter Handelsregister von 1931 nennt Julius als ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Aquila Aktiengesellschaft für Handels- und Industrieunternehmungen, damals mit sechs Millionen Reichsmark Kapital. Eine moderne Studie über jüdische Mitglieder der deutschen Wirtschaftselite, gestützt auf ein Direktoren- und Aufsichtsratsverzeichnis von 1932, verbindet ihn mit der Danat-Bank und der Dresdner Bank in Frankfurt und verzeichnet elf Aufsichtsratsmandate.
Die Frankfurter Adressbücher führen Julius bis 1933; ein späterer Eintrag wurde nicht gefunden. Deshalb ist noch unbekannt, ob er starb, emigrierte oder umzog. Ein gleichnamiger Berliner Textilfabrikant gehörte zu einem anderen Haushalt: Er war mit Martha Kleinmann verheiratet und wohnte in der Wielandstraße 29.
Familie und Haushalt
Menschen, die mit diesem Leben verbunden sind
- Anna Jacob née Reichenbach · Ehefrau · in der Todesanzeige von 1931 genannt
- Adolf Jacob · Sohn · in der Todesanzeige von 1931 genannt
- Herbert Jacob · späterer amerikanischer Zweig · Identität der beiden Adolfs weiterhin offen
Quellen
Quellen
- Frankfurter Sterbeurkunde Nr. 857, aufgenommen am 16. Juni 1931
- Berliner Tageblatt, Morgenausgabe, 16. Juni 1931, S. 10 (RB-DOC-0214)
- Amtliche Frankfurter Adressbücher, 1918–1933
- Frankfurter Handelsregister, 1931: Aquila Aktiengesellschaft für Handels- und Industrieunternehmungen
- Martin Münzel, „Die jüdischen Mitglieder der deutschen Wirtschaftselite 1927–1955“, auf Grundlage von Julius Mossners Direktoren- und Aufsichtsratsverzeichnis von 1932
Was ungeklärt bleibt
Julius’ Geburt, Eltern und Leben nach 1933 bleiben unbekannt. Die Frankfurter Adressbücher beantworten nicht, was nach diesem Jahr mit ihm geschah. Der gleichnamige Berliner Fabrikant gehörte zu einem anderen Haushalt.