Anna Jacob geborene Reichenbach starb am 14. Juni 1931 um 7:15 Uhr morgens in der Schubertstraße 14 in Frankfurt. Sie war 51 Jahre alt, in Halberstadt geboren und mit Bankdirektor Julius Jacob verheiratet. Die anschließende Zeitungsanzeige nennt ihren Sohn Adolf und versammelt Paul, Max, Else und Ernst als Trauernde.
Ihre Anzeige verbindet die Frankfurter Familie Jacob mit der nahen Reichenbach-Generation.Familie
Die Frankfurter Sterbeurkunde Nr. 857 wurde am 16. Juni 1931 aufgenommen. Sie verzeichnet Anna Jacob, geborene Reichenbach, als 51 Jahre alt, in Halberstadt geboren und mit Bankdirektor Julius Jacob verheiratet. Als Wohnsitz nennt sie Schubertstraße 13; gestorben sei Anna am 14. Juni 1931 um 7:15 Uhr in der Schubertstraße 14. Der Frankfurter Polizeipräsident zeigte den Tod schriftlich an.
Der standesamtliche Eintrag nennt Annas Eltern nicht. Das Alter von 51 Jahren ist mit einer Geburt im Jahr 1880 vereinbar, belegt aber weder ein Geburtsdatum noch für sich allein eine Abstammung von Adolf und Goldine Reichenbach.
Annas Todesanzeige teilt mit, dass sie infolge eines Unglücksfalls starb. Sie nennt Schubertstraße 13 in Frankfurt am Main als Familienwohnung und kündigt die Beisetzung zwei Tage später vom neuen israelitischen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße an. Die Sterbeliste des Frankfurter Israelitischen Gemeindeblatts vom Juli 1931 druckt dagegen Schubertstraße 15. Diese Gemeindeangabe bleibt als eigene Adresse erhalten; sie überschreibt weder den Wohnsitz Nr. 13 noch den Sterbeort Nr. 14 in der Sterbeurkunde.
Die Anzeige nennt Julius Jacob als Annas Ehemann und Adolf Jacob als ihren Sohn. Unter den Trauernden führt sie außerdem Paul Reichenbach und Frau, Oberbaurat Max Reichenbach und Frau, Else Sernau geborene Reichenbach sowie Ernst Reichenbach auf.
Die Einleitung nennt Anna Ehefrau, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante. Diese Wörter ordnen sie der nahen Familiengeneration von Paul, Max, Else und Ernst zu; die Anzeige weist jedoch nicht jede Beziehung einzeln zu und nennt Annas Eltern nicht.
Anna und Paul nannten jeweils einen Sohn Adolf. Adolf war in ihrer Zeit ein etablierter deutscher Vorname. Die Familienerinnerung — nicht die Sterbeurkunde — bezeichnet Anna als Pauls Schwester und ihren Vater als Adolf Reichenbach. Innerhalb dieser erinnerten Linie trug die Wiederholung auch eine familiäre Bedeutung: Der ältere Adolf gilt als tief geliebt, und sein Gedenkporträt rühmt seinen Fleiß, seine Umsicht und seinen klaren Blick.
Familie und Haushalt
Menschen, die mit diesem Leben verbunden sind
- Julius Jacob · Ehemann · in der Anzeige von 1931 genannt
- Adolf Jacob · Sohn · in der Anzeige von 1931 genannt
- Adolf (Adolph) Reichenbach · Vater · Familienerinnerung
- Paul Reichenbach · namentlich genannter Trauernder; nahe Familiengeneration
- Max Reichenbach (Englisch) · namentlich genannter Trauernder; nahe Familiengeneration
- Else Sernau née Reichenbach · namentlich genannte Trauernde; nahe Familiengeneration
- Ernst Reichenbach (Englisch) · namentlich genannter Trauernder; nahe Familiengeneration
Quellen
Quellen
- Frankfurter Sterbeurkunde Nr. 857, aufgenommen am 16. Juni 1931
- Berliner Tageblatt, Morgenausgabe, 16. Juni 1931, S. 10 (RB-DOC-0214)
- Frankfurter Israelitisches Gemeindeblatt, Juli 1931, S. 358
- Familienzeugnis zur Einordnung Annas in Pauls Generation und zur Erinnerung an ihren tief geliebten Vater Adolf
- Gedenk-Kabinettporträt von Adolf Reichenbach
Was ungeklärt bleibt
Die Sterbeurkunde nennt Annas Alter und Geburtsort, aber nicht ihre Eltern. Ein Alter von 51 Jahren ist mit einer Geburt 1880 vereinbar, beweist jedoch nicht, dass Adolf und Goldine ihre Eltern waren. Anna als Pauls Schwester und Adolf als ihr Vater bleiben Familienerinnerung. Ebenfalls offen ist, ob ihr Sohn Adolf jener spätere Adolph war, der Herbert und Vernon mit Marga in New York aufzog.