Er führte das Halberstädter Geschäft in die zweite Generation.

Adolf (Adolph) Reichenbach

1843 oder 1844 — 26. Dezember 1900

Adolph war der Sohn von Jacob und Helene, Goldines Ehemann und Pauls Vater. Er führte das Arbeitsleben der Familie in Halberstadt fort.

Sein Leben verbindet die von Jacob begonnene Firma mit Pauls nächster Generation.GeschäftePaulJacob

Adolph heiratete Goldine Marcuse am 27. Juli 1872 in Schwerin. 1876 meldete er persönlich die Geburt ihres Sohnes Paul an und unterschrieb den Eintrag. Der standesamtliche Eintrag nennt die vollständigen Vornamen Jacob Paul; Familie, Geschäft und öffentliches Leben nennen ihn jedoch durchgehend Paul.

Sein deutsch beschrifteter Grabstein ist in Halberstadt erhalten und dokumentiert einen echten Datierungskonflikt: Die familienintern zusammengestellte Ahnentafel nennt den 30. September 1843, der Stein dagegen den 1. Tischri 5605, entsprechend dem 14. September 1844.

Der Grabstein trägt seinen Namen in zwei Sprachen. Die deutsche Seite lautet: Hier ruht Adolph Reichenbach, geb. d. 1. Tischri 5605, gest. d. 5. Teweth 5661. Die hebräische Seite nennt ihn Baruch Achiezer, bekannt als Adolf Reichenbach, und gibt dasselbe Todesdatum an: Mittwoch, den 5. Tewet 5661 — 26. Dezember 1900. Die Inschrift erinnert an einen Mann, der groß im Rat und im Werk seiner Hände, aufrichtig in seiner Rede, reich an Taten und wohltätig gegenüber anderen war.

Pauls eigene Grabinschrift nennt ihn Yaakov, Sohn Abrahams. Hebräische Namen konnten im Lauf eines Lebens hinzukommen oder sich ändern; der Name auf dem Grabstein eines Mannes war nicht immer derselbe, den seine Kinder im Alltag gehört hatten.

Eine Gedenkwidmung auf der Rückseite seines Kabinettporträts erinnert an ihn als „fleißig wie eine Ameise“, umsichtig und klarblickend wie ein Stratege.

Familie und Haushalt

Menschen, die mit diesem Leben verbunden sind

Quellen

Quellen

  • Pauls Geburtsregister
  • Ahnentafel
  • Deutsche Seite von Adolfs Grabstein
  • Hebräische Seite von Adolfs Grabstein
  • Patronym auf Pauls hebräischem Grabstein
  • Kabinettkarte mit Gedenkwidmung
  • Familienkorrektur von Rabbi Daniel Dolph Reichenbach, August 2026

Was ungeklärt bleibt

Für Adolfs Geburt sind zwei Daten überliefert: Die familienintern zusammengestellte Ahnentafel nennt den 30. September 1843, der Grabstein den 1. Tischri 5605, entsprechend dem 14. September 1844. Das Archiv entscheidet nicht zwischen ihnen.

Dieses Foto zeigt die hebräische Seite von Adolf Reichenbachs Grabstein in Halberstadt. Die Trauernden nannten ihn Baruch Achiezer und rühmten seine Aufrichtigkeit und guten Werke. Der Stein nennt Namen und Todesdatum; die Verwitterung verhindert jedoch eine buchstabengetreue Lesung jeder Zeile.RB-PHO-0090

Auf dem jüdischen Friedhof in Halberstadt

Der Grabstein

Hebräische Seite · normalisierte Rekonstruktion

פ״נהאיש היקר ר׳ ברוך אחיעזרהמכונה אדולף רייכענבאךאיש צדיק אשר הלך בתוםגדול בעצה ובמעשה ידיוישר אמריו רב פעלים ומטיב לבריותבוכים אנו בעמדנו פה ולבנו נשברשים רחמיך ביד מנחיל נחלה רבהנפטר ביום ד׳ ה׳ טבת שנת תרס״א לפ״קתנצב״ה

Überlieferte englische Übersetzung

Here lies Baruch Achiezer, known as Adolf Reichenbach.

A righteous man who walked with integrity; great in counsel and in the work of his hands, upright in speech, performing much good, and beneficial to others.

We weep as we stand here, our hearts broken. Place Your compassion into the hand of the One who grants abundant inheritance.

He passed away on Wednesday, the 5th of Tevet, in the year 5661, according to the minor reckoning — 26 December 1900.

May his soul be bound in the bond of life.

Das Hebräische ist eine normalisierte Rekonstruktion zur überlieferten englischen Übersetzung, keine buchstabengetreue diplomatische Transkription jedes verwitterten Zeichens. Die deutsche Seite lautet „Hier ruht Adolph Reichenbach, geb. d. 1. Tischri 5605, gest. d. 5. Teweth 5661“; ihr Geburtsdatum widerspricht dem 30. September 1843 in der familienintern zusammengestellten Ahnentafel.