Das Album druckt Regeln für das Trauerjahr

Diese Seite des Trauer-Albums der Familie zeigt die deutschen Anweisungen für Schiwa, Schloschim und das Trauerjahr. Der Band wurde für Paul Reichenbach fertiggestellt und von seiner Familie verwahrt. Der Text zeigt, was das Buch lehrte, belegt aber nicht, wie genau Pauls Familie jede Regel befolgte.

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SerieFamilienbesitz: Objekte und Bände

Deutsche Lesung

Regeln für das Trauerjahr Stirbt ein nächster Angehöriger – Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Bruder, Schwester, Ehemann oder Ehefrau –, so gelten die Trauervorschriften. Die ersten dreißig Tage nach der Bestattung heißen Schloschim. Die ersten sieben Tage tragen den besonderen Namen Schiwa. Knaben unter dreizehn und Mädchen unter zwölf Jahren sind von der Beachtung der Trauervorschriften befreit. Vor dem Schließen des Sarges muss jeder Trauernde einen handbreiten Riss (Keriah) in Rock oder Kleid machen: nach dem Tod eines Elternteils auf der linken Seite des Kleidungsstücks, nach dem Tod eines anderen Angehörigen auf der rechten. An Festtagen und bei Krankheit des Trauernden kann die Keriah unterbleiben. An den Halbfeiertagen wird sie nur nach dem Tod eines Elternteils vollzogen. Der Riss darf nach Schloschim wieder zugenäht werden. Die Schiwa beginnt unmittelbar nach der Bestattung. Während dieser ersten sieben Tage ist es dem Trauernden (Awel) untersagt, auf Stuhl, Sessel, Sofa oder Bank zu sitzen; Lederschuhe zu tragen, außer beim Verlassen des Zimmers; zu baden; Haar oder Bart schneiden zu lassen; die Wäsche zu wechseln oder neue Kleidung anzulegen; sich zu verloben oder zu heiraten oder an solchen und anderen freudigen Festlichkeiten teilzunehmen; die Synagoge zu besuchen; Tora zu lernen; oder Geschäfte zu führen. Droht großer Schaden, so dürfen einzelne Geschäfte besorgt und wichtige Briefe geschrieben werden. Arme dürfen nach drei Tagen an ihre Arbeit zurückkehren, und Lehrer dürfen nach dieser Frist unterrichten. Frauen dürfen die notwendige Hausarbeit verrichten. Man soll sich möglichst im Sterbezimmer aufhalten, dort eine Öllampe brennen lassen (Ner Tamid) und morgens und abends Gottesdienst halten. Der Trauernde leitet ihn, sofern er dazu imstande ist. Am Schabbat findet keine Trauer statt, doch zählt der Schabbat zu den sieben Tagen; der erste Tag, der Tag der Bestattung, und der siebente werden jeweils als volle Tage gerechnet. Die Vorschriften der Schiwa werden nur bis nach dem Morgengottesdienst des siebenten Tages beachtet. Der Eintritt eines Festes beendet die Schiwa. Fand die Bestattung an einem Fest- oder Halbfeiertag statt, so beginnt die Schiwa erst am Abend nach dem vollständigen Ende des Festes.

Deutsche Wiedergabe der englischen Lesung des Archivs; keine diplomatische Transkription des Originals.

Englische Übersetzung

Rules for the year of mourning When a nearest relative dies—father, mother, son, daughter, brother, sister, husband or wife—the mourning rules apply. The first thirty days after burial are called shloshim. The first seven days have the special name shiva. Boys under thirteen and girls under twelve are exempt from observing the mourning rules. Before the coffin is closed, every mourner must make a tear one handbreadth long (keriah) in the coat or dress: after the death of a parent, on the left side of the garment; after the death of another relative, on the right. Keriah may be omitted on festivals and if the mourner is ill. On the intermediate festival days it is performed only after the death of a parent. The tear may be sewn up after shloshim. Shiva begins immediately after burial. During these first seven days the mourner (avel) is forbidden to sit on a chair, armchair, sofa or bench; to wear leather shoes except when leaving the room; to bathe; to have the hair or beard cut; to change linen or put on new clothes; to become engaged or married, or take part in such or other joyful celebrations; to visit the synagogue; to study Torah; or to conduct business. If great loss would result, some business may be done and important letters written. Poor people may return to their work after three days, and teachers may teach after that time. Women may perform necessary household work. One should remain in the room of death as much as possible, keep an oil lamp burning there (ner tamid), and hold services morning and evening. The mourner leads these if able. There is no mourning on the Sabbath, but the Sabbath counts among the seven days; the first day, the day of burial, and the seventh are each counted as full days. The rules of shiva are observed only until after the morning service on the seventh day. The arrival of a festival ends shiva. If burial took place on a festival or intermediate festival day, shiva begins only on the evening after the entire festival has ended.

English of the legible text, prepared for the Reichenbach Family Archive.

Texthinweis

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Archivsignatur
RB-PHO-0123
Datum
Gewidmet nach Paul Reichenbachs Tod im Jahr 1935
Digitales Bild
1600 × 2133 Pixel
Belegstatus
Primäres familienverwahrtes Objekt
Quelle und Provenienz
Familienverwahrter gedruckter jüdischer Trauerband, Paul Reichenbach gewidmet.
Bildnachweis
Reichenbach Family Archive
Rechte
Keine separate Nachnutzungslizenz ist verzeichnet; vor einer Nachnutzung ist das Archiv zu kontaktieren.
Bildbearbeitung
Publikationsderivat des inventarisierten Scans oder der Archivaufnahme; Ausrichtung geprüft; keine generative Veränderung.

Dasselbe Leben

Veröffentlicht nach den sieben redaktionellen Regeln.

Dauerhafte Zitierung

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Vorgeschlagene Zitierweise nach Chicago

Reichenbach Family Archive. “Das Album druckt Regeln für das Trauerjahr.” Gewidmet nach Paul Reichenbachs Tod im Jahr 1935. RB-PHO-0123. https://www.reichenbacharchive.org/de/objects/rb-pho-0123.

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