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Verfolgungs- und Gedenkunterlagen
Deportationsunterlagen, Gedenkzeugnisse und Kontextquellen zu Verfolgung und Zerstörung.
32 · 1934–2022
Ordnung: Historische Datensätze folgen ihrem Datum; konventionell bearbeitete Ansichtskopien bleiben bei ihrer Quelle, neue Interpretationen folgen ihrem Entstehungsdatum. Zusammengehörige Seiten und Ansichten bleiben beieinander; undatierte Datensätze folgen.
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Dokumente und Objekte 1–32 von 32 angezeigt
Dokument / ObjektDer Alpenverein schrieb Rassenausschluss in seine Halberstädter RegelnDiese Satzung von 1934 verlangt von Bewerbern den Nachweis dessen, was der Paragraph arische Abstammung nannte. Die Sektion Halberstadt nahm die Regel nach Pauls belegten Mitgliedsjahren an. Sie zeigt, wie formaler Ausschluss zur Vereinspolitik wurde, hält aber den Moment nicht fest, in dem Paul persönlich entfernt wurde.
Dokument / ObjektFritz erscheint als Verkäufer des Hauses Breite Straße 7Die erste Seite der Urkunde von 1938 nennt Fritz Reichenbach als Verkäufer des Wernigeröder Grundstücks Breite Straße 7. Fritz und die Beteiligten des Notariats brachten die Übertragung in eine rechtliche Urkunde, während antisemitisches Recht den Verkauf einschränkte. Die Seite benennt Grundstück und Parteien, doch die Rassenklausel folgt erst später in der Urkunde.
Dokument / ObjektDie Urkunde setzt die für das Wernigeröder Grundstück auferlegten Bedingungen fortDiese zweite Seite setzt die Bedingungen für die Übertragung des Grundstücks Breite Straße 7 fort. Fritz und die übrigen Parteien blieben in dasselbe notarielle Geschäft eingebunden. Die Seite gehört zum Nachweis des Zwangsverkaufs, kann aber nicht losgelöst von der identifizierenden ersten Seite und der Klausel zum Rassenrecht gelesen werden.
Dokument / ObjektLaut Urkunde war amtliche Genehmigung erforderlich, weil Fritz Jude warKlausel 7 stellt fest, der Verkäufer „ist Jude“, und beruft sich auf die Verordnung von 1938 über das jüdische Vermögen. Die Seite des Notars macht den rassistischen Zwang innerhalb des Verkaufs von Fritz Reichenbachs Haus ausdrücklich. Sie belegt die rechtliche Bedingung, die dem Geschäft auferlegt wurde, offenbart aber kein freies Marktgeschäft.
Dokument / ObjektDie Stadt ordnete den Abriss der geschändeten Halberstädter Synagoge anDiese Baupolizeiakte verzeichnet die am 18. November 1938 ergangene Anordnung für die Synagoge in der Bakenstraße 56. Städtische Beamte übersetzten die im Pogrom zugefügte Zerstörung in Verwaltungssprache über Sicherheit und Ordnung. Die Akte dokumentiert den Abrissvorgang, keine zufällige Ruine.
Dokument / ObjektEin Mann steht in der geplünderten Halberstädter SynagogeDiese niedrig aufgelöste Forschungskopie zeigt einen nicht identifizierten Mann zwischen Trümmern im Innern des geschändeten Synagogenraums. Ein unbekannter Fotograf hielt das physische Ergebnis des Novemberpogroms fest. Das Bild zeigt die Zerstörung, doch sein Datum, die verwahrende Stelle, die Inventarnummer und die Identität des Mannes bleiben ungeklärt.
Dokument / ObjektArbeiter tragen nach der Anordnung der Stadt das Synagogendach abDiese historische Fotografie zeigt Arbeiter beim Abtragen des freigelegten Dachs, nachdem Halberstadt den Abriss der Synagoge angeordnet hatte. Ihre Arbeit macht die administrative Zerstörung physisch sichtbar. Das Bild identifiziert weder die Arbeiter noch den genauen Tag, und seine ursprüngliche verwahrende Stelle bleibt unverifiziert.
Dokument / ObjektKinder ohne Zuhause im Warschauer GhettoHistorische Kontextfotografie obdachloser Kinder im Warschauer Ghetto, 1941. Die Aufnahme entstand vor dem Halberstädter Transport und zeigt weder Kurt Reichenbach noch Paula Wollenberg oder Hans Wollenberg.
Dokument / ObjektStaatliche Liste nennt Mennigen & Co. nach Paul Reichenbachs FirmaUnter „Kreis Halberstadt“ stellt die amtliche Liste „Paul Reichenbach, Halberstadt“ gegenüber „Mennigen & Co. K.-G.“, unter den Spaltenüberschriften „Jüdische Firma“ und „Arisiert durch“. Das ist ein unmittelbarer Verwaltungsbeleg dafür, dass Mennigen & Co. als Arisierungsnachfolger von Paul Reichenbachs Geschäft verzeichnet wurde. Es ist nicht der Kaufvertrag.
Dokument / ObjektJeanette Reichenbachs Vermögenserklärung in der Normannenstraße 2Jeanettes Vermögenserklärung verzeichnet, dass sie seit dem 15. November 1941 ein halbes Zimmer im Haus von Max Israel Harrwitz für 22,50 RM monatlich gemietet hatte. Sie vermerkt außerdem, dass ihr Enkel bereits mit Frau und Kind in Brasilien war.
Dokument / ObjektMenschen verladen Gepäck am Warschauer UmschlagplatzKontextfotografie von Jüdinnen und Juden, die während der deutschen Besatzung am Warschauer Umschlagplatz Gepäck in Züge verladen; die Quelle datiert sie zwischen 1942 und 1943. Es ist Warschauer Kontext, keine Aufnahme des Halberstädter Zuges und kein Bild von Kurt, Paula oder Hans.
Dokument / ObjektKurt Reichenbach auf der TransportlisteSeite 14 verzeichnet Kurt Reichenbach unter Nr. 176, mit der Dominikanerstraße 23 als seiner Halberstädter Adresse. Die Liste setzt Kurt auf den Transport nach Warschau. Ein späteres Schicksal nennt sie nicht.
Dokument / ObjektHans und Paula Wollenberg auf der TransportlisteSeite 15 verzeichnet Hans Wollenberg unter Nr. 198 und Paula Wollenberg unter Nr. 199, beide am Westendorf 15. Die Liste setzt Mutter und Sohn auf den Transport nach Warschau. Für keinen von beiden nennt sie ein späteres Schicksal.
Dokument / ObjektParallele Halberstädter Deportiertenliste — Yad Vashem, Bild 2Yad-Vashem-Bild 2 verzeichnet Kurt Reichenbach in der Dominikanerstraße 23 und Paula und Hans Wollenberg gemeinsam am Westendorf 15. Damit bestätigt die zeitgenössische Transportquelle ihre Namen, Geburtsdaten und Zwangsadressen.
Dokument / ObjektDie Theresienstädter Verwaltung verzeichnete Jeanettes TodDiese Todesfallanzeige des Ghettos verzeichnet den Tod von Jeanette Reichenbach geb. Rosenbaum am 25. Oktober 1942, sechs Wochen nach der Deportation. Lagerbeamte trugen „Enteritis acuta — Darmkatarrh“ als Ursache ein. Die Anzeige fixiert Datum und Wortlaut der Verwaltung, ist aber kein unabhängiger medizinischer Bericht über einen Tod unter Hunger, Enge und Vernachlässigung.
Dokument / ObjektDie Gestapo-Verfügung zur Einziehung von Martha Reichenbachs VermögenDie Gestapo-Verfügung nennt Martha Sara Reichenbach geb. Pohly, geboren am 15. November 1889 in Göttingen, und gibt als ihre letzte Adresse die Normannenstraße 2 in Nikolassee an. Sie zieht ihr gesamtes Vermögen zugunsten des Deutschen Reiches ein.
Dokument / ObjektMartha Reichenbachs Vermögenserklärung aus der Normannenstraße 2Marthas Erklärung führt sie als jüdische Arbeiterin und Untermieterin in der Normannenstraße 2 mit 45 RM Miete. Sie nennt Erna Müller als ihre letzte Arbeitgeberin.
Dokument / ObjektDie Banküberweisung, die Marthas Ersparnisse nahmDie Commerzbank Wernigerode überwies Marthas Ersparnisse von 36.884,91 RM und 527,67 RM Zinsen, insgesamt 37.412,58 RM, an die Oberfinanzkasse. Die Überweisung erfolgte fast acht Monate nach dem Transport nach Auschwitz; sie dokumentiert, wie das Reich ihr Vermögen einzog, nicht Marthas Anwesenheit in Berlin.
Dokument / ObjektSachsenhausen-Gedenkstätte am Turm AGedenkansicht des Turms A, Sachsenhausen, April 2004. MandyM, CC BY-SA 3.0. Kontext, kein Bild von Max Reichenbach.
Dokument / ObjektGedenktor von Auschwitz II-BirkenauGedenkansicht von Auschwitz II-Birkenau, August 2006. Michel Zacharz, CC BY-SA 2.5. Das Torhaus stammt von 1943. Martha Reichenbach ist auf diesem Bild nicht zu sehen, und das Archiv besitzt kein Aufnahmefoto von ihr.
Dokument / ObjektGedenktor der Festung TerezínGedenkansicht des Festungstors von Terezín, 28. Juli 2013. Guido Radig, CC BY 3.0. Kontext, kein Bild von Jeanette Reichenbach.
Dokument / ObjektGedenktor von BuchenwaldGedenkansicht des Buchenwalder Tors, 27. Dezember 2013. © 1971markus, CC BY-SA 4.0. Kontext, kein Bild von Fritz, Kurt oder Werner Reichenbach.
Dokument / ObjektDas Denkmal folgt dem Grundriss der zerstörten Halberstädter SynagogeOlaf Wegewitz’ Installation markiert den Boden, auf dem einst die Synagoge stand. Besucherinnen und Besucher gehen den Umriss ab, der nach Novemberpogrom und Abriss in der Stadt zurückblieb. Sie ist ein modernes Denkmal, kein erhaltener Bauteil des Gotteshauses.
Dokument / ObjektStolperstein für Fritz ReichenbachDer Stein verzeichnet Fritz Reichenbachs Verhaftung, seine Haft in Buchenwald und seinen Tod dort am 22. November 1938. Er wurde vor dem Wernigeröder Haus verlegt, in dem Fritz gewohnt und das Geschäft geführt hatte. Er ist ein öffentliches Denkmal, nicht die Lagerakte, die die Einzelheiten von Haft und Tod verzeichnet.
Dokument / ObjektStolperstein für Jeanette ReichenbachDer Stein verzeichnet Jeanette Reichenbachs Deportation nach Theresienstadt und ihren Tod dort am 25. Oktober 1942. Er liegt vor dem Wernigeröder Haus, in dem Jeanette das Geschäft führte. Er nennt Deportation und Tod, bewahrt aber nicht das halbe Zimmer und die Miete, die in ihren Berliner Papieren verzeichnet sind.
Dokument / ObjektDer Wernigeröder Stein nennt für Martha ein umstrittenes Ende 1944Diese Fotografie zeigt den Stolperstein, der am 14. April 2009 für Martha Reichenbach in der Breiten Straße 7 verlegt wurde. Seine Inschrift lautet „tot 1944 bei Bombenangriff“. Die Gestapo- und Berliner Deportationsakte setzt sie dagegen auf den 33. Osttransport vom 3. März 1943, für Auschwitz klassifiziert; der Stein ist eine lokale Gedenkinschrift und kein Beleg für ihre letzte Stunde oder für eine Registrierung bei der Ankunft.
Dokument / ObjektWerners Stolperstein nennt seine Flucht nach BrasilienDieser moderne Gedenkstein liegt vor dem Wernigeröder Haus von Werner Reichenbachs Familie. Die Inschrift nennt seine Flucht 1939 und sein Überleben in Brasilien. Sie markiert diese Tatsachen im öffentlichen Raum, erzählt aber nicht das spätere Leben, das er sich dort aufbaute.
Dokument / ObjektSteine der Erinnerung am Halberstädter DomDie Steine der Erinnerung neben dem Halberstädter Dom. Das Denkmal nennt die aus der Stadt verschleppten Jüdinnen und Juden, darunter Kurt Reichenbach, Paula Wollenberg und Hans Wollenberg. Was ihnen nach Warschau geschah, verzeichnet es nicht.
Dokument / ObjektVier Stolpersteine nennen den Haushalt in der Breiten Straße 7Diese vier Gedenksteine nennen Fritz, Jeanette, Martha und Werner Reichenbach vor ihrem Wernigeröder Haus. Die Inschriften führen den Haushalt an der Adresse zusammen, an der die Familie lebte und arbeitete. Es sind moderne Gedenktexte; sie ersetzen nicht die eigenen Unterlagen zu jedem einzelnen Leben.
Dokument / ObjektHalberstadt errichtete neben dem Dom ein DenkmalDieses moderne Denkmal steht neben dem Halberstädter Dom für die verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden der Stadt. Bewohnerinnen, Bewohner und Gäste begegnen den Namen mitten in der Stadt. Die Fotografie hält das Denkmal an seinem Ort fest, aber nicht jede Inschrift so nah, dass sie zu lesen wäre.
Dokument / ObjektKurt Reichenbach unter den Namen des DomplatzdenkmalsKurt Reichenbach unter den Halberstädter Gedenknamen. Daniel fotografierte den Namen bei der Rückkehr der Familie nach Halberstadt. Der Stein markiert Kurts Entfernung aus der Stadt; ein Schicksal nach Warschau fügt er nicht hinzu.
Dokument / ObjektDie Steine der Erinnerung tragen Namen durch die StadtDiese Fotografie zeigt Namen und Lebensdaten, die in Halberstadts Steine der Erinnerung geschnitten sind. Künstler und Stadt haben einzelne Menschen zurück in den öffentlichen Blick geholt. Das Bild hält die Installation fest, ist aber kein vollständiges, lesbares Verzeichnis jedes einzelnen Steins.