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Dieses Objekt
SerieKorrespondenz und Manuskripte
Deutsche Lesung
Diese nähere Ansicht wiederholt die Strophen II bis V des Hochzeitslieds. II. Die kleine Ruth war ihren Eltern und mir stets eine Freude. Julius liebt sie von Herzen. Für alle ihre Tanten war sie Manna, und Ruth empfindet für jeden liebevolle Anteilnahme. Einmal kletterte sie am Lindenweg ganz allein über einen Zaun; doch beim Durchzwängen blieb die kleine Ruth mit einem Bein hängen. Onkel Georg fand den Vorfall interessant. Fräulein Mieze musste sie lange behandeln. Ruth — das ist selten — tut, weil sie keine Schuld trägt, ihre Pflicht stets gut und geduldig. III. Ruth lernte sehr fleißig und pflegte die Freundschaft gut. Flink wie ein Wiesel konnte sie beim Tennis viele Preise gewinnen, auf mein Wort. Schwimmen und Tanzen erfreuen sie; jeden Sport betreibt sie mit Begeisterung. Sie hält sich immer gern in Schierke auf und hat seit Jahren den Brocken bestiegen. Sie liebt auch die Dünen und den Strand von Norderney, so weit es auch sei. Unerwähnt soll nicht bleiben, dass sie dort vor acht Jahren auf einen Herrn Eindruck machte. IV. Im vergangenen Winter traf Albert in Schierke wieder auf Ruth. Am Silvesterabend kurz vor Mitternacht tat er genau das Richtige und lotste Max ohne Umstände in das Lesezimmer des Hotels, um sprechen zu können. Vater Reichenbach unterbrach sehr rasch mit einer komischen Bemerkung über die gute Luft. Albert dachte still bei sich: „Jetzt muss ich den Mund halten.“ Dann, weil er so verliebt war, betrieb er die Sache recht eilig und nicht träge. V. Albert erschien dann in Halberstadt. Dolf, der Schwager und Verseschmied, der beide Mädchen gekannt hatte, nannte sie „Halberstädter“. „Dolf, du darfst heute Abend keinen Laut von dir geben — es kommt Besuch!“ Die Strophe scherzt über Alberts Tüchtigkeit als Kavalier und Fahrer, über Ruths Vorliebe, sich von keinem anderen Mann fahren zu lassen, und über das Sprichwort, dass ein Prophet im eigenen Land noch nie viel gegolten hat.
Deutsche Wiedergabe der englischen Lesung des Archivs; keine diplomatische Transkription des Originals.
Englische Übersetzung
This closer view repeats verses II through V of the wedding song. II. Little Ruth was always a joy to her parents and to me. Julius loves her dearly. To all her aunts she was manna, and Ruth feels loving sympathy for everyone. Once on Lindenweg she climbed over a fence entirely by herself; but as she squeezed through, little Ruth caught one leg. Uncle Georg found the incident interesting. Fräulein Mieze had to treat her for a long time. Ruth—this is rare—because she bears no blame, always does her duty well and patiently. III. Ruth studied very diligently and cultivated friendship well. Quick as a weasel, she could win many prizes at tennis, upon my word. Swimming and dancing delight her; she pursues every sport enthusiastically. She always likes to stay in Schierke and has for years climbed the Brocken. She also loves the dunes and the beach at Norderney, however far away. It should not go unmentioned that eight years ago she made an impression there upon a gentleman. IV. Last winter Albert came upon Ruth again in Schierke. On New Year’s Eve shortly before midnight he did exactly the right thing and, without ceremony, steered Max into the hotel reading room so that he could speak. Father Reichenbach interrupted very quickly with a comic remark about the good air. Albert thought quietly to himself, “I must keep my mouth shut now.” Then, because he was so in love, he pursued the matter rather hurriedly and not lazily. V. Albert then appeared in Halberstadt. Dolf, the brother-in-law and versifier who had known both girls, called them “Halberstadters.” “Dolf, you are not to make a sound tonight—someone is coming to visit!” The verse jokes about Albert’s competence as a cavalier and driver, Ruth’s preference to be driven by no other man, and the proverb that a prophet has never counted for much in his own country.
English translation or reading prepared for the Reichenbach Family Archive. Comic wordplay and several faint readings remain provisional.
Texthinweis
Texthinweis
- Archivsignatur
- RB-PHO-0191
- Datum
- 3. August 1933
- Digitales Bild
- 1600 × 2207 Pixel
- Belegstatus
- Gedrucktes Primärobjekt
- Quelle und Provenienz
- Familienverwahrtes gedrucktes Hochzeitsandenken.
- Bildnachweis
- Reichenbach Family Archive
- Rechte
- Es ist keine gesonderte Nachnutzungslizenz verzeichnet; bitte vor einer Nutzung das Archiv kontaktieren.
- Bildbearbeitung
- Ansichtskopie des Scans oder Archivfotos; Ausrichtung geprüft; keine generative Veränderung.
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Vorgeschlagene Zitierweise nach Chicago
Reichenbach Family Archive. “Ruths Kindheit in einer näheren Ansicht des Hochzeitslieds.” 3. August 1933. RB-PHO-0191. https://www.reichenbacharchive.org/de/objects/rb-pho-0191.
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